Journey...Alles-und-Nichts

Lerntagebuch03

, 19:21pm

 

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Ein Projekt aus dem Psychologie-/ Pädagogikunterricht. Hier halte ich meine Gedanken zum Unterricht und anderen Themen, die mir spontan dazu einfallen, fest.

 


 

 

Thursday, 7. january 2010

Das Denken und das Leben…

 

„Ein gesunder Menschenverstand ist eine Sammlung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.“

(Albert Einstein)

 

Ein interessantes Zitat, welches meiner Meinung nach richtig gut in das Psychologiebuch passt. Zwar nicht zum Thema, aber allgemein zu Psychologie und dem, wie der Mensch zu sein hat. Als gäbe es tatsächlich ein Schema, welches den perfekten Menschen darstellt. Nun, das könnte es geben. Aber das wäre wiederum auf der Basis einer Art von Maschine und kein Mensch im eigentlichen Sinne. Menschen können depressiv, naiv und beeinflussbar sein. Aber das ist nicht schlimm, da gerade das Unperfekte menschlich ist.

Wenn man versucht seine Kinder so zu erziehen, damit das Zitat von Einstein zutrifft, dann können sie einerseits in dieser Gesellschaft „überleben“, haben aber andererseits einen leicht beschränkten Horizont und wohl oder übel auch eine gefestigtere Grenze zwischen normal und verrückt, die für einen denkenden Menschen, einen Künstler, einen Philosophen, nicht zu existieren scheint.

 

Einstein war Entdecker der Relativitätstheorie und ich denke mir, dass er diesen Satz nicht ohne den Hauch eines gewissen Sarkasmus verfasst hat.

Denn wer nach dem Zitat zufolge keine Vorurteile hat, sich nicht festlegt und ständig darauf bedacht ist, Dinge zu erklären und zu hinterfragen, der hat eben nun einmal keinen gesunden Menschenverstand. Da sucht man nach dem Sinn seines sinnfreien Lebens und gilt als verrückt.

 

Allerdings ist es eigenartig. Denn diejenigen unter uns, die nach Einsteins Zitat leben, sind im Grunde nicht schlauer als die „Verrückten“, die krampfhaft nach Antworten suchen und ins Nachdenken verfallen. Im Grunde sind die meisten Fragen, die das Leben betreffen, ohnehin rhetorisch. Und trotzdem bringt einem das Wissen etwas, das man durch die Suche erlangt. Man kann das Leben nicht erklären, aber ein bisschen verstehen. Und um soweit zu kommen, muss man nun einmal hinterfragen, gegen den Strom schwimmen, die Medaille umdrehen und aus der Masse herausstechen. Die einen werden vielleicht zum Genie, die anderen eingeliefert.

 

Hermann Hesse hat das im Steppenwolf weniger direkt ausgedrückt. Und zwar mit dem Zitat:

"Die meisten Menschen wollen nicht eher schwimmen als bis sie es können." Ist das nicht witzig? Natürlich wollen sie nicht schwimmen! Sie sind ja für den Boden geboren, nicht fürs Wasser. Und natürlich wollen sie nicht denken; sie sind ja fürs Leben geschaffen, nicht fürs Denken!

Doch würden wir alle nicht denken, gäbe es keine Psychologie, die das erforschen will. Andererseits wird der ertrinken, der zu viel nachdenkt und sich intensiv mit den Fragen nach dem Sinn auseinandersetzt. Und ein anderer denkt wiederum zu wenig nach, aber vorwerfen kann man ihm das auch nicht, denn da es kein Rezept zum Leben gibt, kann jeder denken wie er will.

 

Wenn wir schon bei Einstein sind, sollten wir auch noch eines meiner Lieblingszitate berücksichtigen:

 

„Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren Standpunkt.“ Albert Einstein

 

Ich stimme diesem Zitat zu, denn es gibt viele Menschen, die sich nicht von ihrem Standpunkt abbringen lassen und darauf beharren. Stillstand kann man es auch nennen, da diese Menschen sich nie weiter bewegen und nur auf dem einen Fleck stehen bleiben. Würden sie ihren Horizont erweitern und weiterdenken, so würden sie Neues kennenlernen, andere Sichtweisen verstehen und vor allem ihr Wissen erweitern.

 

Also würde ich letztendlich behaupten, dass ein gesunder Menschenverstand darin besteht, dass Denken und Leben ausgeglichen sind, falls das überhaupt möglich ist.

 

 

 

 

Thursday, 7. january 2010

Alltagspsychologie & Orientierungswissen

 

Ich möchte vorweg sagen, bevor ich mich zur Alltagspsychologie äußere, dass das Fach Pädagogik/Psychologie zwar sehr interessant ist, ich auch alles lerne, aber mir persönlich das herauspicke, was ich gebrachen kann und was für mich auch Sinn macht. Mit dem Rest diskutiere ich, oder denke mir, dass das so wie da steht zwar schön und in einem Maße eine Orientierung darstellt, aber es auch ganz anders kommen könnte.

 

Festlegen und Stillstand bedeutet der Tod. Würde ich zu allem ja und amen sagen und so, wie es da steht zu 100% glauben, dann wäre ich ziemlich naiv. Mit einer gewissen Ansammlung von Wissen denke ich auch, dass man das Recht hat gegenzuargumentieren bzw. das Thema so weit auszuschweifen, bis man am Ende bei Neuseeland landet.

Aber so ist das Leben eben, alles ist miteinander verknüpft, fächerübergreifend, wie die Lehrer so schön sagen.

 

Jedenfalls, um auf die Alltagspsychologie zurückzukommen, ist es sehr gut möglich, dass man, wie im Buch beschrieben, durch eine negative Erfahrung mit Franzosen zum Franzosen-Hasser wird. Zuerst wollte ich diese Oberflächlichkeit nicht akzeptieren, aber dann fielen mir alle Frauen ein, die von einer negativen Erfahrung mit einem Mann darauf schließen, dass alle so sind. Allerdings ist diese Festlegung so unsicher wie ihre Entstehung an sich und währt meist nicht sehr lange. Also gehe ich davon aus, dass jemand nicht sein Leben lang Franzosen hassen wird.

 

Die Menschen brauchen jedoch diese Art von Festlegung und den Unterschied zwischen richtig und falsch und normal und verrückt.

Die Alltagspsychologie soll einem also Sicherheit und Überschaubarkeit geben. Allerdings sorgt sie für Vorurteile. Diese wiederum sollen Erziehung und Leben an sich einfacher machen. Doch lässt es sich leichter leben, wenn man in den Köpfen der Menschen Grenzen setzt? Man kann einem Kind zwar nichts eintrichtern, aber man kann es auf eine bestimmte Weise erziehen, sodass die Grenzen und Vorurteile in den Köpfen der Kinder solange weiterleben, bis vielleicht etwas passiert und sich ihnen der Horizont öffnet.

 

Diese Vorurteile scheinen jedoch wie gesellschaftlich festgelegte Gebote zu sein. Sie machen das Leben zwar leichter, schränken aber auch den Horizont ein.

 

Und dieses ganze System aus Orientierungswissen und Gesellschaft würde ich als Synthese bezeichnen. Und analysieren macht mir Spaß. Man kann ja auch mal was Neues ausprobieren, rebellieren. Denn eigentlich sind dem Horizont keine Grenzen gesetzt, wenn man es genau nimmt. Alles ist möglich.

Und was hätte man denn sonst gelernt, wenn man nicht analysiert und nur das macht, was die Gesellschaft als "normal" bezeichnet?

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Kommentare

 

Da ich nicht im Stande war, eine E-Mail-Adresse o.ä. zu finden, nutze ich mal die Kommentarfunktion.

Ich hoffe, es geht Dir nach dem Ausflug in den Schnee wieder etwas besser.

Falls Du Langeweile hast - wovon ich eigentlich nicht ausgehe -, aber falls Du an gedanklichen Anregungen interessiert sein solltest, dann empfehle ich Dir, Dich mit der Luhmannschen Systemtheorie zu beschäftigen. Ich glaube, das könnte Dir liegen. Luhmann untersucht Gesellschaft, entfaltet Paradoxien und ist dabei wunderbar ironisch. An der Systemtheorie kann man sich schön die Zähne ausbeißen, aber gewinnt immer, so zumindest meine Erfahrung. 'Die Gesellschaft der Gesellschaft' ist das umfassendste Buch (2 Bände), dieses würde ich Dir empfehlen.

Liebe Grüße, 

MS

Kommentarnr1 gepostet von MS am 14.01.2010 um 22h17

 

 

 

 

Thursday, 21. january 2010

Ich sehe was, was du nicht siehst!

 

Ich verfolge seit geraumer Zeit folgende Philosophie: Ich hasse keinen Menschen. Er tut nur Dinge, die ich nicht okay finde. Viele Leute in meiner Umgebung bezeichnen das als Hass, obwohl man eigentlich keine Berechtigung hat, jemanden zu hassen. Denn man kennt die Person doch eigentlich gar nicht...man kann weder die Gedanken lesen, noch feststellen mit welchen Motiven dieser Jemand handelt.

 

In der Kneipe merkt man das besonders, wenn man gewillt ist, eine gewisse Neutralität zu wahren. Von links sagt einem dann einer ins Ohr, dass die rechts von mir strohdoof ist und es kein Mann mit ihr aushält. Die rechts von mir sagt allerdings, dass die links von mir Regenschirme klaut und sich immer auf penetrante Weise Getränke von anderen schnorrt, was mir recht egal ist, da ich weder viel Geld habe, noch Regenschirme mag.

Sinnloses, belangloses, aber solche Sachen bekommt man zum größten Teil mit. Zum Glück nicht ausschließlich, denn das würde ich nicht aushalten. Ansonsten weiß man aber wer mit wem und wer nicht mehr und wer nie war. Manchmal haben sich die Stammgäste nichts anderes zu erzählen.

 

Ich merke in solchen Situationen oft, dass ich ganz anders empfinde, als die restlichen Leute, die immer etwas zum Tratschen und Zerhacken finden. Mir ist das egal. Das bleibt in meinem Kopf solange, bis ich es gebrauchen kann. Ich glaube nicht alles, was man mir erzählt, merke es mir aber.

Die verschiedenen Charaktere, die man so trifft regen einen immer wieder aufs Neue zum Nachdenken an. Ihre ausgespickten Geschichten und das Beziehungsnetz, das sich im Laufe von zwei, drei Jahren in meinem Kopf gebildet hat, ist wie eine Muse. Es zeigt mir irgendwie, dass sogar das unglaublichste möglich sein kann

Dennoch frage ich mich, was die Leute über mich so reden... Vieles bekommt man aber auch so mit, scheint aber nicht so tragisch zu sein.

 

 

Es gibt zwei Menschen in V., die nicht sehr beliebt sind. Zum einen ist das mein früherer bester Freund Kai, der an sich mit seinen Geschichten bereits ein Beziehungs-Wirr-Warr anstiftet, dass es einem graust. Wie viele Kinder er jetzt eigentlich von wie vielen Frauen hat, ist mir immer noch ein Rätsel. Es hat es aber damals vor knapp 1 ½ Jahren geschafft, mich zu durchschauen. Er hat mir meine Lebensgeschichte knallhart auf den Tisch gebrettert. Eigentlich hätte er das gar nicht wissen können. Davor war ich ja noch nie mit ihm unterwegs gewesen…ich frage mich immer noch, wie er mich SO gut einschätzen konnte...

Zur Zeit habe ich aber weniger Kontakt mit ihm, da er jetzt mit der Frau zusammen ist, wegen der sich die Bedienung meiner Stammkneipe vor den Zug geschmissen hat. Im Grunde genommen ist allerdings nur dieser Taxifahrer schuld, der mit beiden was hatte. Ich halte mich da lieber auf Distanz. Bei der letzten Frau hat er nämlich das selbe gesagt, wie bei dieser: "Ach, ich war noch nie so verliebt, mit ihr möchte ich mein Leben verbringen!"

 

Die zweite Person ist R., der sich in der gesamten Stadt als arbeitsloser Schnorrer unbeliebt gemacht hat. Er soll ein Verbrecher sein – genauso wie Kai. Allerdings empfinde ich da anders. Er sieht zwar so aus, als würde er einem am liebten den Hals umdrehen, aber der Schein trügt. Er hat nämlich einen Gerechtigkeitssinn, den  man nur selten bei Menschen findet. Er hat mich früher immer verteidigt, wenn jemand mich blöd angemacht hat. Und dafür bin ich ihm heute auch noch mehr als dankbar. Insofern habe ich ein ganz anderes Empfinden als die anderen, was ihn angeht. Momentan ist er mit einer Freundin von mir zusammen, die ich letztes Jahr an Fasnacht mit ihrer Tochter kennen gelernt habe. Sie ist die Ex-Frau von jemandem, der einmal einen größeren Konzern in V. geleitet hat.

 

Und eigentlich gibt es noch eine dritte Person, die nicht gerne gesehen wird…

Vor kurzem hatte ich mit der angeblichen Regenschirm-Kleptomanin ein Gespräch über Jugendliche, das ich mir im Endeffekt allerdings hätte ersparen können.

Da sie die Exfreundin von meinem Dad ist und ich als Kind immer an sie abgeschoben wurde, sieht sie mich, wie meine Eltern Tag für Tag, als Kind. Ich mag das nicht, denn ich bin alles andere als ein Kind, so meine Selbsteinschätzung. Und wenn mir jemand sagt, dass ich erwachsen werden soll, dann spüre ich ein Verlangen nur noch mit Fremdwörtern zu kommunizieren und diesen Jemand in Grund und Boden zu diskutieren. Aber letztendlich kann ich nicht verleugnen, jung zu sein.

Und genau das war unser Thema: Inwiefern kann ein junger Mensch einem älteren das Wasser reichen? Die Leute, die ich so treffe sind um die 40/50/60 und sogar 70! Und keiner, aber auch keiner hat mir bisher solch eine Diskussion praktisch aufgenötigt. Gut, ich habe sie begonnen, aber nur, weil ich es nicht mehr hören konnte. Wenn ich unterwegs bin, egal wo, dann fühle ich mich eben alt und nie jung.  Ich kann mich mit den Menschen unterhalten und ich weiß, dass viele mich akzeptiert haben als eine von ihnen. Als jemand, der praktisch die Prüfung bestanden hat. Und wenn dann jemand kommt und mich so sehr herunterstuft und auch noch naiv nennt, dann brennen mir die Sicherungen durch und ich fange nun einmal an zu diskutieren...

Letzten Endes war das alles jedoch ein Witz. Da ich von ihr immer die selben Argumente gehört habe, habe ich irgendwann gemeint, dass ich mich nicht mehr genötigt fühle, dieses Gespräch zu führen.

Zudem habe ich gemerkt, als ich die herumstehenden aufgefordert habe, auch einmal etwas zu sagen, dass mich keiner verteidigt hat. Keiner hat gesagt: Sie sieht nur so jung aus. Oder: Mit ihr kann man sich trotz ihres Alters super unterhalten. Oder wie Erwin, der Künstler, immer sagt: Sie hat Niveau. Keiner. Das macht einen irgendwie stutzig, denn ansonsten höre ich solche Sätze von denen ziemlich oft... Ich habe mich daraufhin zum ersten Mal in meinem Leben gefragt, ob ich im Grunde genommen für alles zu dumm bin. Zu dumm, um Dinge zu lernen, zu dumm für die Schule, zu dumm, um einfach zu leben.

Zweifel scheinen wohl meine ständigen Begleiter zu sein. Und wenn einem wie auf dem Gymnasium beinahe nur gezeigt wird, was man alles nicht kann und schon dementsprechend schlimmes an anderen Schulen erlebt hat, dann lebt etwas aus den Tiefen des Unterbewusstseins auf und macht einem alles zu Nichte.

Und so ging es mir in dem Moment, als ich gemerkt habe, dass keiner mehr etwas sagt, obwohl ich mich auch nicht anders als sonst benommen habe.

Ich gehe aber auch im Normalfall davon aus, dass man positives Feedback nur gibt, wenn man zwei Tage später immer noch dazu stehen kann. Oder ist selbst das vergänglich?

 

Ich bin nicht umsonst so versessen darauf, mit der älteren Generation mitzuhalten. Zu lesen, zu wissen, einfach nicht als jung angesehen werden müssen (womit ich aus mir bisher noch unerklärlichen Gründen ein sehr großes Problem habe).

Mich fragen sie immer, was ich bei den "alten Säcken" eigentlich will. Ich will gar nichts. Nur reden und dazulernen. Und mit jungen Menschen, die nur Party im Kopf haben, kann man sich eben nicht so gut unterhalten. Bzw. ich lerne nichts von ihnen.

 

 

 

 

Thursday, 21. january 2010

Mein Geheimnis…01

 

Du bist ein verdammt guter Schauspieler, du spielst so gut, dass du dir unbemerkt einredest, du seist du selbst.

 

Die Kongruenz von Fremd- und Selbstbild sind das Ziel des Johari-Windows. Zumindest sollte das erste Fenster größer sein, als die drei anderen drei. Irgendwie kommt es mir aber so vor, als wäre das, das darunter liegt, das größte. Ich weiß nicht, ob mich andere für „geheimnisvoll“ halten. Vielleicht eher für still, verschlossen und "zerbrechlich", was ich schon des Öfteren gehört habe. Und gleichzeitig schiene ich manchmal der Laufbursche für alles zu sein. Ich beschwere mich auch nie darüber. Habe ich noch nie gemacht bzw. wenn ich dann einmal mein Feedback abgebe, falls man das noch als solches bezeichnen kann, dann argumentiere ich aber richtig mit dem Gegenüber… Ich scheine in dieser Hinsicht ein schlechtes Beispiel für das vergeben von Feedbacks zu sein.

Ich weiß eben nie, ob mein Feedback meinem Gegenüber irgendetwas bringt. Früher habe ich das noch oft gemacht, aber mit der Zeit beginnt jeder in seiner eigenen Welt zu leben und sein eigenes Spiel zu spielen.

 

Allerdings…zu sagen, wen ich am allerwenigsten kenne, ist nicht schwer. Kein Kunstwerk. Es ist nur wie ein Rätsel. Wie der Da Vinci Code. Wie ein Buch von einem genialen Autor, der alles gemeint haben könnte. Nur, dass man die Sätze selbst schreiben muss und einem die Interpretation auch keiner abnimmt. Es ist eine Frau.

 

Ich war zum Beispiel mit einem Mädchen knapp 20 Jahre befreundet. Aber irgendwie komme ich mir im Nachhinein vor wie der Runner. Wenn ich mir alte E-Mails ansehe, dann kristallisieren sich „Kannst du dies und jenes für mich machen?!“ „Du hast das vergessen!“ und „Hast du schon das gemacht??????“ ihrerseits heraus. Meinerseits lese ich nur „Mach ich doch gerne.“, „Tut mir Leid.“ und letzten Endes „Ich will nicht mehr.“ und "Ich wünsche dir noch einen schönen Lebensabend." Der Käse ist sozusagen gegessen. Und auch, wenn das so, wie es da steht, wie pure Ausnutzung klingt, bin ich doch selbst daran schuld. Ich habe das alles sogar gerne gemacht, weil ich sie gemocht habe und wir uns doch schon so lange gekannt haben.

Ich habe in den letzten Jahren auf Typen vor dem Klo gewartet, und nach deren Nummer für sie gefragt, bin um ein Uhr nachts in fünf Minuten ohne Kondition zwei Kilometer gerannt und habe getröstet und gemacht, wenn es mal wieder Ärger 1000 Kilometer weiter bei ihren Flensburgern gab. Und wozu das alles? Wenn ich von mir angefangen habe, hieß es nur, sie könne mir nicht helfen. Aber das auch erst nach tagelangen Szenen. Ansonsten hat sie schön von meinen Gefühlen abgelenkt. Damit hat sie mich jedoch nicht sonderlich abgelenkt. Und schon gar nicht, als ich die Taktik durchschaut habe. Ich habe immer versucht meine Klappe zu halten, wie es so schön heißt. Bis ich das ein oder andermal nicht mehr konnte und am liebsten alles beendet hätte. Jetzt ist wirklich Schluss. Und ich lebe immer noch. Im Endeffekt sprang nichts für mich heraus. Sicherlich gab es das ein oder andere schöne Erlebnis, aber in Prinzip hat man sich irgendwann nichts mehr zu sagen.

 

 

Ich bekomme dank solchen Geschichten und meinen Mitmenschen immer mehr den Eindruck, dass wir alle Schauspieler sind und keiner eigentlich eine Ahnung hat, wer er ist, wie er ist und was er eigentlich will..

 

Ich war damals eher eine Art Kamerafrau, die allen zuhören und helfen durfte, aber nicht fähig war selbst schauzuspielern. Dann begann sich auf einmal das Drehbuch ganz von selbst zu schreiben. Und ab da habe ich es in die Hand genommen und allerlei verrückte Sachen gemacht, die mein Geheimnis für viele sind.

Es ist allerdings eigenartig: Manchmal sitze ich irgendwo neben einer mir völlig unbekannten Person und erzähle diesem Menschen eines dieser Geheimnisse, welche an sich keine großen Sachen sind, aber eben nur die wenigsten wissen. Dafür erzähle ich diesem Jemand wiederum den Rest nicht.

Es ist wohl einfach eine Sehnsucht in mir, die sich liebend gerne mitteilt, auch wenn ich zum Unterricht nie etwas beitrage, ansonsten auch nicht viel sage und zu denen gehöre, die auf "Wie geht's" immer "gut" antworten, auch wenn dem so nicht sein sollte.

Zu einem Freund von mir hat einmal jemand gesagt, ich sei komisch, weil ich nur in der Gegend herumstarren würde. Aber wenn man gerade nichts Aufregendes erlebt, dann muss man sich das eben ausdenken. Es reicht mir hierbei an das Leben an sich zu denken. Das ist mit Abstand aufregend genug...

 

Mich beschäftigt dieses Thema mit den Schauspielern allerdings schon länger. Ich spiele selbst irgendwie alle möglichen Rollen. Das wurde schon einmal für mich zum Problem. Und zwar bei meiner Abschlussfeier. Ich mag mein Elternhaus gewissermaßen, aber prinzipiell weiß jeder, der in V. herumrennt mehr über mich, als meine eigenen Eltern. Und da das so ist und ich die beiden als hervorragende Schauspieler kenne, wenn es darum geht, ein wenig stolz zu zeigen, bin ich alleine zu der Feier gegangen. Meine Lehrerin war schockiert gewesen, weil ich ihr immer so makellos erschienen war. Ich sei ein Paradebeispiel gewesen, sagt der Direktor auch heute noch zu mir. Aber ich habe einfach geahnt, dass ich untergehen würde wie die Titanic, wenn beide Welten aufeinanderprallen würden.

 

Es kommt mir vor, als sei mein Inneres ein Ei, das in Papier eingewickelt aus dem Fenster geschmissen wird. Außen sieht alles gut aus. Aber drückt man ein bisschen daran herum merkt man, dass es kaputt ist. Wie eine Seele…

 

Man kann sich sein Leben ausdenken, oder mehrere, doch im Inneren wird man immer dieselbe Person sein. Eine zersplitterte Seele, deren Milliarden kleine Teilchen wie Staub im Inneren des Körpers gleiten und sich nicht einfangen lassen. Wie Gedanken. Sie lassen sich nicht einordnen, weil sie alle irgendwie zusammenhängen.

 

 

 (Das kursiv geschriebene sind übrigens Zitate aus Texten von mir)

 

 

 

 

Thursday, 21. january 2010

Ein Text, den ich irgendwann einmal geschrieben habe…02

 

Ich kann mich nicht entscheiden. Entweder ich wähle den Weg der Kamerafrau; bin allein, unabhängig, habe zwar Freunde, die Schauspieler, denen ich Tipps gebe und denen ich zusehe, wie sie sich amüsieren, aber selbst kann ich nicht reden.

Oder ich bin die Schauspielerin, deren Leben ein Abenteuer ist, die Freunde hat, denen sie hemmungslos alles erzählen kann und die niemals alleine ist. Die gebunden lebt, immer spontan und witzig ist, aber nie weiß, was als nächstes kommt. Eine, die ihre Rolle mit allen Gefühlen voll auslebt.

 

Doch mir scheint, als sei ich beides zugleich. Von außen bin ich die Kamerafrau, die alleine ist, das Leben anderer filmt und immer weiß, welche Szene wohin passen könnte. Aber es sind eben die Szenen der Schauspielerin, die sie filmt und nicht ihre eigenen. Und es sind nicht ihre Gefühle, die sie verbergen muss, sondern die der Schauspielerin in sich. Und wagt sich auch nur ein einziges Gefühl an die Oberfläche, und ist es auch nur die Angst, Gefühle zu zeigen, so ist sie es nicht wert ,Kamerafrau genant zu werden. Dann ist sie „Nichts“.

Aber das Verdrängen funktioniert eben nicht immer, weil in jedem von uns die Schauspielerin/ der Schauspieler steckt und raus will. Da jeder von uns Gefühle hat, die ausgelebt werden wollen. Sie will raus, die Schauspielerin. Die, die mitten im Geschehen ist, auch wenn eigentlich nichts Besonderes geschieht. Die Schauspielerin, die am liebsten die Hauptrolle mit allem drum und dran haben möchte, die aber merken muss, dass das nur im Film so ist. In einem Film, der einen mitfühlen lässt, weil eine Geschichte dahinter steckt. Das Leben kann eine Szene aus einem Film sein, sogar wie ein Film sein. Aber man weiß, dass Filme enden, so auch die Szenen in unserem Leben, die uns wie ein Film erscheinen. Auf der Leinwand steht zwar „The End“, aber das gilt nicht für das Leben, unser Leben. Unser Leben geht weiter bis zum richtigen Ende, ein Film nicht.

 

Doch jedes Leben ist interessant. Man muss es nur interessant machen.

 

 

 

 

Friday, 22. january 2010

Marks Theorie

 

Mark ist ein Bekannter von mir, der auch einmal in einer meiner Stammkneipen bedient hat. Irgendwann war ich mal mit ihm und seinem besten Freund unterwegs. Die zwei sind ziemlich jung, was mir komischerweise aber nichts ausgemacht hat, da Mark für seine Anfang 20 interessante Ansichten vom Leben hat.

 

Wir saßen an der Theke der chaotischsten Kneipe in ganz V. und unterhielten uns über Kommunikation. Damals war ich noch viel stiller als heute und habe mit niemandem geredet. Ich hatte immer Angst, was der Gegenüber von mir denken wurde und habe nur  im Geiste darüber nachgedacht über was man reden könnte

 

 Seit diesem Abend allerdings habe ich keine Probleme damit, Leute anzusprechen. Mark hat mich nämlich extra sitzen gelassen und ist an das hinterste Ende der Theke gegangen. Ich war also alleine und er hat mich praktisch auf Distanz gezwungen, mehr aus mir herauszukommen. Seither rede ich mit den Leuten.

 

Kommunikationsprobleme habe ich auch eher selten, weil ich immer wieder noch was wissen und noch mehr fragen möchte. Ich interessiere mich sehr für das Leben anderer, was wohl etwas ungewöhnlich ist. Komischerweise bekomme ich die Leute immer irgendwie dazu, mir alles zu erzählen.

 

Die Tiefe der Gespräche scheint wohl vorhanden zu sein. Ich merke auch, dass es nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern ein gewisses Empfinden für den Gegenüber da ist. Ein bisschen Bewunderung, wenn er in meinen Augen etwas Großes geleistet hat und es mir erzählt. Und all das geschieht auch dann, wenn ich diesen Jemand erst seit zwei Stunden kenne...

 

 

Marks Theorie hat mich damals jedenfalls in die Lage gebracht mit den Leuten zu reden. Und es hat mir enorm viel für mein Selbstbewusstsein gebracht.

 

 

 

 

Friday, 22. january 2010

Wie geht's?


Ich hatte bereits vor einer Woche das Wie-geht's-Thema in meinem Kopf durchdacht. Genau heute vor einer Woche habe ich einen Artikel in meinem normalen Blog gepostet, was mir irgendwie eigenartig vorkommt, da mir das öfters passiert. Der Pädagogik-Unterricht muss wohl etwas schneller gehen. ; )

 

Klick!

 

Allerdings hatte ich vergessen, Nachforschungen anzustellen, was Gesprächsanfänge und -verläufe angeht.

Jedenfalls ist mit nach dieser Situation aufgefallen, dass ich Smalltalk nicht sehr gerne mag, sondern gleich aufs Ganze gehen will...

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Kommentare


Werde mir Mühe geben, in Zukunft nicht mehr so hinterher zu hinken... ;)

Kommentarnr1 gepostet von MS am 22.01.2010 um 16h13

 

 

 

 

Friday, 22. january 2010

"Café-Empfindungen"

 

Wenn man nicht weiß, wohin man gehen soll und eine Blockade zu Hause einen daran hindert, irgendetwas Produktives zu machen, dann setzt man sich eben in ein Café, blickt durch die Glasscheibe und beobachtet die Leute, die vorbeigehen.

Mein Tisch ist fast frei, drei Plätze sind nicht besetzt und werden es wohl auch nicht mehr werden. Ich rauche und blicke auf die Straße. Ich stelle mir folgende Situation vor:

Jemand kommt herein. Irgendjemand, der mich nicht kennt und den ich nicht kenne. Ich stelle mir vor, dass an jedem Tisch jeweils 1-2 Personen sitzen. Das Café scheint also voll, denn normalerweise setzt man sich nicht einfach irgendwo dazu. Normalerweise will jeder für sich sein und separat sitzen.

Doch diese Person, die ich nicht kenne, fragt mich, ob sie sich zu mir setzen dürfe. Was denke ich? Was würden andere in dieser Situation denken? Würden sie sich belästigt fühlen? Würden sie diese Person schräg ansehen oder einfach schweigen?

Ich würde mich jedenfalls freuen, weil es sicherlich ein nettes Gespräch werden würde. Außerdem sind die Zeiten, in denen ich in den Cafés noch Freunde oder Dates an dem freien Stuhl erwartet habe vorbei, also wird der Stuhl auch frei bleiben. Provozierend frei?

Ich stelle mir vor: Wäre ich in der Rolle dieser Person, so würde ich vermutlich nicht fragen. Ich würde einen Weile lose meinem Blick durch den Raum schweben lassen und anschließend direkt auf die Bar zusteuern. Ich würde denken, dass das Fragen nach diesem freien Platz doch unhöflich wäre, obwohl an sich nichts Unhöfliches daran ist. In einer Kneipe wäre mir das wiederum egal. Aber warum bildet es eine Ausnahme? Ist sich an einen Tisch mit zu setzten persönlicher und „aufdringlicher“, als sich neben jemanden an die Bar/Theke zu setzten?

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Kommentare

 

Tisch-Bar-Frage: Ich würde sagen, dass es mindestens zwei Gründe hat, die dieses unterschiedliche Verhalten zur Folge hat. Zum einen hat ein Tisch (meist) eine geschlossene und überschaubare Form - 'mein Territorium'-, während eine Bartheke weniger überschaubar und einfach zu groß ist, als sie komplett für sich alleine in Anspruch zu nehmen (Konvention). Ich muss bereit sein, die Bar zu teilen, wenn ich mich dort setze. Der Tisch signalisiert: meins, privat! Ich habe ihn erjagt.

Dann wäre da die Sitzanordnung. Bei einem Tisch kommt man kaum umhin, sich so zu setzen, dass man den anderen ständig im Blickfeld hat. Beobachtung, und das in geringer Entfernung! An einer Bar sitzt man sich entweder, wenns um die Ecke geht, meist mit gebührendem Abstand gegenüber (Nähe-Distanz-Problem gelöst) oder - noch 'besser' - man sitzt nebeneinander und muss sich nicht beobachtet fühlen. Die Hemmschwelle, sich neben eine/n Unbekannte/n zu setzen, ist damit vermutlich deutlich niedriger. Man kann bei einem anschließenden Gespräch immer noch unverbindlich die Flaschen oder Barangestellten anstarren statt dem Gesprächspartner in die Augen.

Kommentarnr1 gepostet von MS am 3.03.2010 um 17h45

 

 

 

 

Sunday, 24. january 2010

Von E-Mails und Menschen.

 

Da im Pädagogikunterricht während des Kommunikationsthemas ein weiteres, interessantes Thema aufgegriffen wurde, möchte ich auch einmal etwas dazu schreiben.

 

Meine beiden Fragestellungen hierzu lauten folgendermaßen:

1. Inwiefern ist eine E-Mail, eine SMS, ein Chat unpersönlicher als ein Telefonat oder gar ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht?

2. Ist Gesprochenes stärker als die Schrift?

 

Fangen wir einmal mit dem zweiten Punkt an:

Bei einigen Menschen liegt wohl der Schwerpunkt im Reden, wie man im Unterricht sehen/hören kann. Sie melden sich bei allem möglichen und ihnen fallen spontan viele Dinge ein. Manchmal frage ich mich, warum ich mich eigentlich nicht auch melde, da ich mit Sicherheit auf das ein oder andere auch gekommen wäre. Aber ich vermute, ich bin einfach nicht spontan genug. Ich sage gar nichts oder so gut wie gar nichts, was im Unterricht etwas verwerflich erschient, da man unbedingt mitarbeiten sollte, um seine Note so gut es geht zu verbessern. Ich kann das nicht so gut und schweige lieber. Ich bin allerdings froh, dass das, was ich hier in schriftlicher Form von mir gebe, ebenfalls in meine Note einfließt.

Was allerdings nicht bedeutet, dass ich im Unterricht nicht mitarbeite. Ich melde mich zwar so gut wie nie, aber dafür schreibe ich die ganze Zeit ununterbrochen wie mir neulich aufgefallen ist. Ich schreibe Blätter voll und das kann ich dann wiederum gut als Grundlage für die Artikel dieses Blogs und meines anderen Blogs nehmen. Denn im Prinzip ähneln sie sich ja.

Ich hoffe jedenfalls, dass ich im Endeffekt von dem vielen Schreiben mehr habe, als davon, mich nur im Unterricht zu melden, was ich mangels Spontanität sowieso nicht sehr gerne mache. Ich rede lieber in kleineren Runden, als in einer Klasse mit 30 anderen Leuten um mich herum.

Ich mag reden zwar, ich rede sogar ziemlich gerne, aber ich bin einfach nicht überzeugend, wenn ein Haufen Menschen vor mir sitzt. Im Grunde gibt es nur wenige Personen, die ich spontan mit Fremdwörtern übersäen kann. Im Unterricht geht das nicht. Dazu ist die Klasse zu groß und das an sich ist schon unpersönlich genug. Man kann auf keinen Schüler eingehen und alles wird immer oberflächlicher. In kleinerem Kreise werde ich vielleicht eine Person überzeugen können, wenn ich wirklich von dem Thema selbst begeistert bin. Aber wenn da schon mehrere sitzen fühle ich mich in der Unterzahl und beginne zu Zweifeln. Ich könnte auch nie in einem Laden stehen und jemandem begeisternd Sachen andrehen, die ich selbst furchtbar finde.

 

Reden ist also eher weniger mein Spezialgebiet. Eher das schreiben. Ich schreibe gerne E-Mails, die über ein bis zwei Seite gehen und gebe bei anderen Bloggern manchmal Kommentare ab, die größer sind als deren eigentliche Artikel. Ich bin deshalb auch kein Freund von SMS oder vom Chatten. Mir ist das einfach zu unpersönlich, wie jeder dem anderen abgehackte Sätze zuschickt. Ich achte (fast) immer auf Orthografie und Interpunktion. Die meisten Chatfreunde sind laut eigenen Aussagen dazu viel zu faul. Mittlerweile chatte ich allerdings auch nicht mehr und habe ICQ und Skype nur wegen zwei Personen auf dem Rechner, die genau so selten online sind wie ich.

Ich finde, jemandem einen längeren Text zu schreiben oder für jemanden extra ein Gedicht zu verfassen ist mit Abstand viel persönlicher als nur zu chatten oder SMS auszutauschen. Aus einem Text, so finde ich, kann man auch mehr Gefühle ablesen, als in den Smylies des anderen. Komischerweise gilt das für mich auch in der Realität. Ich kann schlecht an den Gesichtszügen des anderen abschätzen, was er so denkt und wie er sich fühlt. Wie soll man das auch noch können; in einer Welt voller Heuchler und „Masken“, die Depressionen verschleiern sollen?

 

Ein Fremder habe einmal zu einem guten Freund von mir gesagt, dass ich komisch sei, weil ich nur in der Gegend und ins Leere starre. Ich muss zugeben, dass diese Person mich ziemlich gut eingeschätzt hat, weil ich mich damals oft so „leer“ gefühlt habe. Leider weiß ich nicht, wer sie war und der besagte Freund kann sich auch nicht mehr daran erinnern…

 

 

Alles in allem kann man allerdings nicht sagen, dass irgendetwas unpersönlicher ist als das andere. Es kommt darauf an, wie man auf den Gegenüber eingeht und wie man die Dinge formuliert, egal ob schriftlich oder mündlich. Manche Leute können auch nicht von Angesicht zu Angesicht jemandem etwas sagen. Andere finden es unpersönlich am Telefon „Schluss“ zu machen. Als ich vor drei Jahren zum ersten Mal mit einem Freund aus M. gechattet habe, war dieses „Gespräch“ intensiver gewesen, als so manch ein Gespräch in der Realität. Und mit anderen wiederum chattet man am besten gar nicht, weil man nur afk, kp, np und hdl liest, was ich wiederum ziemlich unpersönlich finde. Und wenn man mal eine Minute nicht antwortet, flippt die Person am anderen keyboard aus.

Ich kannte wirklich mal einen, der hat in der Realität nur in Chatsprache geredet, hat mir aber in Diktaten Konkurrenz gemacht.

Chatten fand ich immer aus dem Grund angenehm, weil man eben nicht sofort Antworten muss und sich ruhig ein paar Sekunden bis Minuten Zeit lassen kann. Aus diesem Grund finde ich E-Mails sogar noch angenehmer. Man hat Zeit und kann viel schreiben.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Thursday, 11. february 2010

Die Wahrnehmung

 

Mir fällt es ehrlich gesagt schwer, meine Wahrnehmung in Worte zu fassen, weil ich mich eigentlich schlecht einschätzen kann. Ich bin Non-Konformist und wie ich meinen Blogeinträgen entnehmen kann enorm relativ eingestellt. Aber natürlich gibt es Dinge, die ich nicht einsehe und ganz anders mache, als der Rest der Welt. Das beste Beispiel hierfür ist die Liebe. Wenn ich im Radio höre und allgemein überall sehen muss, wie oberflächlich diese Welt ist, überkommt mich glatt die Muse…

Besonders, wenn ich in den Kontaktanzeigen etwas davon lese oder allgemein die Tageszeitung aufschlage.

Ich scheine nämlich ziemlich naiv zu sein, was die Liebe angeht. Wobei...naiv ist hierbei auch wieder relativ. Ein einfaches Beispiel: Ich bin naiv, weil es für mich nur eine Person gibt bzw. gab. Diese Geschichte werde ich aber nicht weiter erläutern, da sie fast 200 Seiten füllt. Ich kann nur letztendlich sagen, dass es für mich nicht mehr möglich ist,  zu lieben. Jedenfalls nicht im Zusammenhang mit einer Beziehung.

Denn die Liebe funktioniert mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand, der sie zu hinterfragen versucht.

Naiv im anderen Sinne sind für mich somit die, die sich immer wieder aufs Neue auf jemanden einlassen. Einfach so. Ohne darüber nachzudenken und daraus zu lernen.

Somit hat naiv unterschiedliche Bedeutungen. Genauso wie richtig und falsch, normal und verrückt. Es gibt somit nicht die Wahrnehmung. Nicht einmal meine eigene Wahrnehmung ist eine. Denn je mehr ich versuche ich zu sein, desto weniger bin ich ich…

 

Seltsamerweise schreibe ich über Wahrnehmungen die ganze Zeit. Meine Blogs habe ich ja auch nicht umsonst alles und nichts getauft. Was für den einen nichts ist, kann für mich alles sein und umgekehrt.

"Alles und nichts" ist eigentlich nur aus einer Laune heraus entstanden…

Meine damaligen Ideen für einen Blog waren eher nur auf persönlicher Basis. Es war für mich wie ein Tagebuch. Ich habe strickt reingeschrieben, was ich so mache. Vielleicht habe ich deshalb auch damit aufgehört. Weil eben eine Zutat gefehlt hat. In meinem 3. Blog alles-und-nichts ist es wohl der Bezug zu Realität, Fantasie, Schein und Sein, mein Leben und das der anderen, alles und nichts… Und ich muss sagen, dass ich das erste Mal zufrieden damit bin, was ich mache. Auch wenn ich es der Gesellschaft eher hinterher schmeißen muss, damit sie es liest. Wenige lesen es von selbst.

Mich wundert es nur, dass das was ich schreibe so viele nicht anspricht, dafür aber etwas Anspruchsloses gut ankommt. Es ist alles eine Frage der Ansicht. Oder eben keiner, wie man an den Menschen sehen kann, die nur so vor sich hinleben ohne auch nur einen Gedanken daran zu verlieren. Die meisten glotzen doch nur in die Röhre, sitzen an der Theke, zeugen ein paar Kinder und machen ansonsten nichts. Ich nenne das Flucht. Aber ich bin ja im Grunde auch nicht besser. Ich fliehe dafür vom Fernsehen und allem anderen, was mit „normal“ zu tun hat. (Unter anderem bin ich jetzt und in diesem Moment dabei gegen 1000 Dezibel Fasnachts-Musik anzukämpfen...)

 

Aber…wer sagt mir, dass diese ganzen Antirelativisten das richtige Leben führen und ich nicht? Die sind mit Sicherheit auch nicht glücklicher als ich womit wir bei den Pessimisten und Optimisten wären. Die Optimisten denken einfach nicht darüber nach wie grausam das Leben sein kann (die Worte einer leidenschaftlichen Pessimistin).

 

 

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