Journey...Alles-und-Nichts

Probearbeiten

24. Juli 2012, 07:48am

Veröffentlicht von Journey

 

Freitagvormittag hat die Werbeagentur angerufen und mich gefragt, ob ich Montag Zeit zum Probearbeiten hätte. Hatte ich natürlich!

 

Bevor ich jedoch berichte, wie es lief, möchte ich eines vorweg sagen: Und zwar fällt es mir schwer darüber zu schreiben, weil ich das absolut nicht einschätzen kann. Ich hasse deshalb auch Fragen darüber, wie es gelaufen ist (und bin deshalb erst einmal nicht erreichbar). Denn woher soll ich das wissen? Wenn ich sage, dass es gut gelaufen ist, habe ich das Gefühl mir selbst etwas vorzumachen, weil es 1000 kleine Fehlerchen gibt, die mir im Nachhinein auffallen. Und dann geht es mir wieder nicht gut…

 

Alles begann damit, dass ich meinen Zug nach S. verpasst hatte, weil der Busfahrer sich schön gemütlich Zeit gelassen hat. Also musste ich umdenken und mit dem Bus nach S. fahren. Und dort stand ich erst mal doof am Busbahnhof herum, weil es nicht weiterging. Also musste ich wieder umdenken: Taxi. Und ich kam trotzdem einige Minuten zu spät. Nicht viel, aber ein sehr sehr schlechter Anfang…

 

In Studio bestand meine erste Aufgabe darin, beim Zusammenpacken zu helfen. Ein Shooting in einem Möbelhaus stand an und für ein einziges Zimmer braucht man schon extrem viel an Stativen und verschiedenen Belichtungen.

Das Zimmer, welches der Fotograf, sein Bruder und ich ablichten sollten, war ein sehr edles Esszimmer in weiß, rot und gold. Zuerst wurde die Gesamtperspektive fotografiert und anschließend zwei verschiedene Stühle sowie die ganzen Details an den Stühlen und dem Esstisch. Ganz zum Schluss wurde noch die Vitrine so gut wie möglich abgelichtet und deren Details. Bei der ganzen Arbeit ging es wirklich um eine Genauigkeit von Millimetern. Denn wenn man mal eine Weile beobachtet, merkt man wirklich, wie ein Millimeter und ein anderer Winkel der Softbox ein komplett anderes Bild entstehen lassen. Ab und zu habe ich meinen Senf dazugegeben, was glaube ich ziemlich gut war, wie z.B.: „soll ich die Pflanze etwas nach rechts schieben?“ Das zeigt irgendwie, dass ich ein Auge für Fotografie habe. Nur einmal habe ich im Vorbeigehen aus versehen einen Stuhl verschoben, was ein Todesurteil ist, weil der da schon wirklich gut stand…

Ein weiterer Kritikpunkt ist meine Kraftlosigkeit. Ich sollte bei einem zusammengerollten Teppich mit anpacken und schaffte es einfach nicht. Als sie meinten, dass meine Ausbildung davon abhinge, wollte ich mich noch mal richtig ins Zeug legen, schaffte es aber dennoch nicht. Großer Minuspunkt…sehr sehr großer Minuspunkt…

 

Während des gesamten Shootings verstand ich mich sehr gut mit dem Bruder des Fotografen, dem Mediengestalter. Er zeigte mir sehr vieles, klärte mich über meine Aufgaben als Azubi auf und spaßeshalber wiesen  wir uns ab und zu darauf hin, wie viel die Gegenstände des Raumes eigentlich kosteten… (Plexiglassäule: über 4500 € O__o)

Mit ihm aß ich auch zu Mittag und führte sehr interessante Gespräche bzw. er erzählte mir von seiner Philosophie und vieles hatte psychologischen Hintergrund. Wir verstanden uns glaube ich recht gut und ich blieb bis abends um acht an seiner Seite und habe mir mit ihm Bilder von dem Model Ophelia Overdose angesehen und eines seiner Bilder bearbeitet. Zum Sluss hat er mir noch einige YouTube Videos gezeigt.

Er fuhr mich anschließend zum Busbahnhof über die Felder und fragte mich irgendwann, ob ich nicht auch mal fahren wolle, da ich ihm von meiner Fahrangst erzählt hatte. (Noch ein Minuspunnkt!...allerdings hatte ich hinzugefügt, dass ich mich wieder in ein Auto setzen würde, wenn mein Leben davon abhinge, also die Ausbildung.) Unwohl habe ich mich dann doch gefühlt und mich nicht getraut…ich war sowieso schon den ganzen Tag so nervös, dass ich unbewusst einen Mückenstich aufgekratzt habe, der dann anfing zu bluten. Ein Handwerker hat mich dann netterweise verarztet und ich habe mich so um die 10 000 mal bedankt.

 

So alles in allem kann und will ich das alles absolut nicht beurteilen. Ein Teil von mir sagt sich: „Hey, das lief doch echt gut!“ Ein anderer Teil weist mich jedoch auf die vielen kleinen Fehlerchen in meinem Handeln und meiner Person hin…die ich hier auch schön offen dargestellt habe...aber...aber...aber...ich weiß es einfach nicht!


Also….abwarten und bis nächste Woche warten…

Und ganz wichtig: Ruhig atmen!

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