Das Warten auf bestimmte und unbestimmte Dinge wie Anrufe und SMS von Männen können für eine Frau den Horor bedeuten. Besonders, wenn wir beginnen uns einzureden, dass er sich nicht meldet, weil wir zu dick sind, zu direkt, zu undirekt, zu nervig, undundund...weil wir uns einfach in unserem Aussehen und Verhalten falsch vorkommen. Natürlich, sonst hätte er sich ja längst gemeldet!
Aber was fast noch schlimmer ist, ist die Ablenkung, während wir warten. Die soll ganz dem Sinn und Zweck
dienen, dass es nichts zu warten gibt. Natürlich klappt das nicht so ganz, weil uns dann wirklich alles daran erinnert, dass er sich noch nicht gemeldet hat. Und weil wir genau wissen,
warum wir uns gerade ablenken.
Ablenkung von Liebeskummer, etc. verläuft genau so. Alles, aber auch wirlich alles erinnert uns an den einen Mann. Dinge, die man zusammen erlebt hat, Dinge, die man nicht zusammen erlebt hat, aber vor allem kleine und belanglose Dinge, die vielleicht nicht um drei Ecken mit ihm zu tun haben, uns aber trotzdem an ihn erinnern. Gerade, weil sie nichts mit ihm zu tun haben.
Es ist schwer sich eizureden, dass man nicht wartet, sich nicht ablenkt, keinen Libeskummer hat. Aber warum gleich ausreden? Warum nicht einfach akzeptieren wie es ist? Warum ungeduldig sein und nicht ein paar Tage abwarten? Es ist doch viel klüger und emanzipierter als Frau dem Mann einfach Mann sein zu lassen. Und wenn er sich nicht meldet? Sein Pech!
Ich bin der Meinung, es braucht nicht so viel Kraft um sich „abzulenken“. Wahre Stärke beweist eine Frau
dann, wenn sie nicht anhänglich ist. Sich einfach auch nicht meldet. Mit Verstand, statt mit emotionaler Kraft zurückschlägt. Es sei denn sie ist wirklich schwer verliebt. In dem Fall kann man
ihr wohl auch nichts mehr raten. Oder man kann es, aber sie wird nicht darauf hören können. Sie wird auch selbst wissen, was richtig und falsch ist, aber sie hat nicht die Kraft, das zu ändern.
Nicht die Kraft, ihn zu vergessen, weil sie es einfach nicht will. Sie will sich zumindest einreden, dass alles gut wird. Sie will hoffen, auch wenn es hoffnungslos ist. Herz gegen
Verstand.
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