Samstag, 15. november 2008 6 15 /11 /2008 17:06
Mit der Teesorte meine Ich eine Frau. Und mit Fernbeziehung einen Hamburger, der ihr Freund ist. Oder auch nicht. Man weiß es nie so genau. Sie liebt ihn jedenfalls. Und zwar extrem. Doch er behandelt sie anscheinend nicht sehr gut, weil er sich so gut wie nie meldet und sie sozusagen auf dem Abstellgleis stehen hat. Aber trotz allem liebt sie ihn und ich frage mich jetzt, ob das ganze einen Sinn macht und wenn ja, dann welchen. Ich versuche es mit Verstand und mit Herz abzüwägen, doch es fällt mir schwer auf einen Nenner zu kommen...

Das mit dem Hamburger und der Teesorte geht jetzt schon 10 Jahre so. Sie wohnt hier unten im Black Forest und er logischerweise in Hamburg. Und sie quält sich und quält sich Tag für Tag. Denn sie ist zimlich anhänglich und will (wie die meisten oder alle Frauen) zum Mittelpunkt von ihm gehören. Aber anscheinend klappt das nicht. Und er schreibt ihr, dass er keine Zeit hat um mit ihr zu telefonieren und dass er Probleme hat, die er mit sich ausmachen will. Und sie will ihm doch helfen und für ihn da sein.
Nun ist sie allerdings komplett verzweifelt, denn sie hat auch Plobleme. Ihr Handyvertrag wird einfach so gekündigt und bei ihrem Job ist das Mord. Der Hamburger hat allerdings kein Ohr dafür.
Und so hat sie es unter großem Leiden geschafft ihn für einige Tage nicht anzurufen und ihn einfach est mal zu vergessen. Das andere hat momentan vorrang für sie. Zumindest ist sie dabei realistisch.
Was passiert natürlich? Der Mann spürt die sinkende Beachtung und ruft sie an um zu fragen, ob er nicht nach V. kommen kann. Und bei dem Telefonat war die natürlich skeptisch und er meinte dann, wenn sie das so sehe, dann kann er auch in Hamburg bleiben Eine Art Drohnung.
Jetzt ist sie natürlich noch verzweifelter. Und es würde ihr alles nicht so schwer fallen, wenn keine Gefühle im Spiel wären. Wenn sie nicht verliebt wäre. Doch wie das so ist, wenn man richtig veriebt ist, weiß sie, dass es zwar falsch ist, aber sie will ihn nicht nicht lieben. Sie liebt ihn zu sehr und kann und will ihn nicht vergessen.
Sie erzählt irgendwie immer nur die negativen Dinge, von ihm, also ich denke, wenn sie ihn so sehr liebt, sollte er auch gute Seiten haben. Wenn auch nur aus ihrer Sicht. Doch ich glaube, sie ist schon so sehr im negativen Sumpf, dass sie sogar das Positive an das Negative erinnert.

Am 31.12 des letzten Jahres, das weiß ich noch ganz genau, hat man sie in der Kneipe "aufgelesen". Und so kam es, dass ein Freund sie zur Party bei Jo mitgebracht hat. Der Hamburger hat sie nämlich brutal sitzen lassen. Er hat erst gemeint, sie könne kommen und dann, sie könne doch nicht kommen, weil er lieber etwas mit seinem Kumpel machen will. Und Teesorte ist sehr sensibel und neigt zu extremer Melancholie...und bevor sie wie in "A long way down" (Nick Hornby) auch vom Dach springen will, haben wir sie miteingeladen und es war ein toller Abend, den sie mit Jo, dem besten Freund von Jo, Jo's Ex (blondes Gift, aber sonst nett...zu nett), meinem Dad, dem E. und mir verbracht hat.

Zu Fernbeziehungen kann ich nur folgendes sagen: Ich denke, dass sie nicht wirklich vorteilhaft sind. Denn man hat so oft das Gefühl, alleine zu sein. Und wenn man sich über die Entfernung bewusst wird, wird man schon mal verzweifelt. In so fern kann ich Teesorte verstehen. Nur sie darf eben nicht die ganze Zeit verzweifelt sein! Ich denke ein bisschen Verzweiflung ist nicht so tragisch. Denn dann legt man sich ins Bett, steht morgen wieder auf und man kann auf die Frage "Wie geht's?" zumindest "Comme ci comme ca." antworten.. Aber Teesorte steigert sich da extrem hinein. Denn sie nimmt jedes Gefühl an und leidet, kann nicht verdrängen oder "Das redest du dir ein" zu sich sagen.
Und bei Fernbeziehungen ist der Grad zum Fremdgehen größer. Denn irgendwie muss man ja die Einsamkeit stillen. Denn so oft sieht man sich ja dann auch nicht.
Etwas, was ich mich noch frage ist: Warum ziehen die beiden nicht zusammen? Die lässt sich vielleicht dadurch beantworten, dass dann einer von beiden was aufgeben müsste. Oder beide, wenn sie einen Neuanfang starten. Nur dann hätten sie nur sich. Und sowas hält wohl auch nicht lange. Es würde vielleicht Schmerz bedeuten. Mehr als jetzt?

Auf jeden Fall will ich nicht zusehen, wie Teesorte an jemandem kapuztgeht. Aber wie hilft man einer Person, die weiß, was sie falsch macht, aber nciht fähig ist an sich zu glauben und etwas zu unternehmen? Sie ist eine starke Frau, doch irgendwie nciht stark genug um den Typen endlich abzuschießen. Sie sollte es tun. Bevor er es macht...

von Journey - veröffentlicht in: Journey(s) - Community: Gedankenflash
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