Journey...Alles-und-Nichts

Ich...und sonst niemand.

6. Januar 2017, 18:50pm

Veröffentlicht von Lui

Ich habe diesen Text fast zwei Wochen lang jeden Tag drei mal neu begonnen und sogar mit wenigen vertrauten Menschen über das Thema gesprochen, doch im Grunde fehlen mir nach wie vor einfach die Worte...jetzt muss ich einfach irgendetwas schreiben und mich mitteilen in der Hoffnung, dass mich das irgendwie befreit...

 

Die Sammlerin mieser Dates muss ein echtes Problem haben. Wie ich. Ich habe den glitzernden Gegenstand nicht ins Regal gestellt. Aber auch nicht behalten. Immerhin hat er mich erneut zum Nachdenken gebracht über mein Verhalten. Mir ist jetzt so einiges bewusst geworden, da ich diesmal wirklich so sehr versucht habe alles (im Rahmen meiner Möglichkeiten) richtig zu machen und dennoch irgendwie gescheitert bin. 

Ich habe versucht ruhig zu bleiben, spontan, offen, unvoreingenommen, habe mich überraschen lassen. Ich habe das alles in mir so lange unterdrückt bis zu dem Moment, wo ich dem Gegenstand begegnet bin. Dann kam die Unsicherheit. Und mit ihr bin ich gegangen und bin in mir verschwunden. Irgendwo....und ich bin bis heute nicht wieder aufgetaucht und sitze da wohl irgendwo auf dem Boden meiner Hinwindungen und starre ins Leere.

Ich bin - um es mal irgendwie in Worte zu fassen - eine typische Flüchterin. Ich haue ab, sobald sich jemand für mich (ernsthaft?) interessiert. Das mache ich automatisch und das schlimme ist: Ich weiß es auch noch! Ich weiß, dass ich weglaufen will, versuche es zu verhindern, doch in Gedanken fixiere ich mich nur noch darauf und werde komisch. Still. Abweisend. Meinem Gegenüber muss es echt schwer fallen, mich da raus zu holen. Aber sollte das denn seine Aufgabe sein? Sollte ich nicht lernen, das selbst zu bewältigen und mich den Angstschreien und der Panik in meinem Kopf der Ungewissheit stellen? Aber wie? Wie kämpft man gegen sich selbst? Wie besiegt man die Argumente, die man selbst hervorgebracht hat und an die man nach und nach auch wirklich glaubt? Wie besiegt man die Stimme im Kopf, die einem regelrecht eintrichtert, dass keiner neben einem Platz hat? Dass man mit Menschen nicht klar kommt? Dass Liebe wehtun muss? Dass es da niemanden gibt, der zurück kommt und sich das alles...mich antun wird? Dass ich ein Mensch bin, der es verdient hat, alleine zu bleiben? 

Und sie redet so lange auf mich ein, schreit und tobt, bis ich wirklich alleine bleiben will...

 

Es kommt so vieles dabei zusammen...und seit Weihnachten versuche ich das ganze in meinem Kopf in Einklang zu bringen, ruhiger zu werden, mich damit abzufinden, dass ich einfach ich bin. Aber das kann ich nicht. Ich will so nicht sein! So unendlich durcheinander. Ich mag Klarheit und Struktur. Und die habe ich durch meine absolute Selbstständigkeit, meinen Putz- und Ordnungswahn, wo im Grunde genommen kein anderer Mensch platz hat. Ich bin so sehr in meiner Welt, dass mir der Gedanke eines Menschen an meiner Seite Angst macht. Also drehe ich durch und kann ihn urplötzlich nicht mehr ertragen, bekomme Angst vor der Zweisamkeit, die ich im Grunde nicht kenne. 

Ich meine...am Tag vor meiner journey zu meiner guten Freundin Lilith und dem Gegenstand, den ich durch sie kennen gelernt habe, habe ich bis spät abends nicht wirklich packen können. Stattdessen habe ich zwei Stunden lang die Fugen im Bad mit der Zahnbürste geputzt. Irgendwie schreit das eindeutig nach Hilfe. Alles in mir schreit nach Hilfe. Aber ich würde sie natürlich nie annehmen oder irgendwie Schwäche zeigen. Lieber bestrafe ich mich selbst in irgendeiner Art und Weise. 

Eigentlich dachte ich, dass das alles vorbei ist oder ich dem zumindest besser standhalten kann. Doch mit den Gefühlen, die mir ein Rätsel sind, kommt alles wieder. Kein Mann will mir wehtun, aber mein Kopf tut mir weh und es hört einfach nicht auf. Und alles was bleibt ist diese eine Leere und ein vages Gefühl, trotz allem was war (oder nicht war) etwas ändern und besser machen zu wollen. Aber irgendwie ist da nichts, was sich besser machen lässt, wenn nichts mehr geschieht und es keinen Sinn gibt. Was sollte jetzt noch passieren? 

 

Ich weiß nicht mal, ob ich das alles gerade auf den Gegenstand beziehe oder ob das einfach allgemeine Erkenntnisse sind, weil sich alles wiederholt. Ach...aber eigentlich weiß ich es. Würde mir das alles nichts bedeuten, würde alles in mir nicht so typisch schrecklich psycho reagieren.

 

Ich muss jetzt erst mal wieder meinen Kopf in den Griff bekommen.

Ich...bin wohl noch nicht so weit, eine Bindung einzugehen. Und ganz ehrlich? Ich weiß auch nicht, ob ich das jemals sein werde, wenn ich erst diese tiefen Schatten in mir besiegen muss...

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Mr. unknown 01/17/2017 00:01

Wie es scheint hast du deinen Kreislauf doch nicht durchbrochen, das ist sehr schade. Aber vieleicht hilft es dir zu wissen das Du es geschafft hast Jemandens Augen zu öffnen und das dieser Jemand nun positiver durch`s Leben geht. Es gibt für mich im übrigen keine Miesen Dates mehr, es gibt nur noch Dates und eventuell ( Hoffentlich gute Dates ;) ) Auch ich bin mir immer noch nicht sicher ob ich bereit bin eine feste Bindung einzugehen, aber zumindest kann ich nun sagen das ich mittlerweile offener und wärmer mit meinen Mitmenschen umgehen kann. Ich schätze gänzlich mit sich ins Reine zu kommen ist eine wahre Lebensaufgabe aber eine die es sich lohnt zu meistern ;)

Journey 01/18/2017 20:46

Versuchen diesen Kreislauf zu durchbrechen ist wohl auch so eine Art Lebensaufgabe...zumindest für mich. Aber ich gebe definitiv nicht auf! Ich ändere nur meine Taktik und werde versuchen das ganze weniger verkrampft zu analysieren und auf Teufel komm raus Dates haben. Es gilt erst mal wieder an mir zu arbeiten, bis das nächste Date kommt, das ich weder mies nennen möchte noch Date...
Eigentlich gibt es auch keine miesen Dates, da hast du recht. Es läuft selten, wie man es sich vorstellt, aber vielleicht sollte ich mich diesbezüglich auch von allen Vorstellungen lösen. Man trifft weder die eine Person auf kuriose Weise wie in Hollywoodfilmen, noch tut sich irgendwie der Himmel auf, wenn man bestimmten Menschen begegnet. Nun ja, vielleicht schon. Aber ob das für eine Beziehung reicht sei dahin gestellt.
Ich glaube an der Frage, wie das ganze funktionieren soll, sind schon einige gescheitert. Ich jetzt auch. Mich hat das ganze Nachdenken über alles jedenfalls total aus der Bahn geworfen. Mittlerweile bin ich aber wieder gefestigt genug, um mein einsames Leben erneut aufzunehmen. Ich bin nicht glücklich, aber zufrieden. Nur plagt mich der Gedanke, dass etwas fehlt...

Dass ich irgendetwas bei dir bewegt habe, freut mich wirklich. Ich wünsche dir sehr, dass du diese Einstellung beibehältst und daran wächst. ^^